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Väter unter die Lupe - © Robert Kneschke - Fotolia.com
Väter unter die Lupe - © Robert Kneschke - Fotolia.com

unterschiedliche Väter  

Väter unter der Lupe - Teil 1: "Merkmale und Vätertypen"

Eine Studie des Sozialministeriums unterstützt Väter beim Nachdenken über ihre Rolle
Was brauchen Männer, um „gute Väter“ zu sein oder sich überhaupt auf die Herausforderung der Vaterschaft einlassen zu können? Fragen, die in den letzten Jahren auch auf der politischen Ebene zu heftigen Auseinandersetzungen geführt haben. Die Ende des Jahres 2005 vorgestellte Studie „Positive Väterlichkeit & männliche Identität“ versteht sich als Teil des „ersten österreichischen Männerberichts“ des Sozialministeriums.

Die Autorinnen und Autoren wählen einen eher ungewöhnlichen Zugang: In Umfragen und Interviews mit Vätern wird analysiert, was einen „guten Vater“ ausmacht. Als wesentliche Qualitäten werden festgehalten: „Verantwortung für das/die Kind/er zu übernehmen und für diese ein verlässlicher Ansprechpartner zu sein. … ‚Gute Väter’ nehmen das Kind ernst, begegnen ihm mit Zuneigung, Offenheit und Verständnis und widmen ihm Zeit.“ Von letzterer seien etwa ein bis zwei Stunden täglich nötig und am Wochenende bis zu vier Stunden. Das „maßgeblichste Kriterium einer guten Vater-Kind-Beziehung“ sei nicht die Quantität sondern die Qualität, heißt es weiter in der Studie.

Merkmale „guter Väter“


Zu den Grundfaktoren „positiver Väterlichkeit“ (siehe das Bild der Väterpyramide) gehören demnach u.a. auch
- Vertrauen,
- Verantwortung und Verlässlichkeit,
- Stolz auf das Kind, mit diesem etwas unternehmen,
- ein Vorbild sein
- sowie eine Balance aus Nähe und Distanz.
Betont wird zudem die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit der männlichen Identität.
Wichtig ist weiters die Zusammenarbeit von Vater und Mutter, sowohl bei der Erziehungs- als auch bei der Haushaltsarbeit: Dabei gehe es nicht unbedingt um das Konzept „Halbe-Halbe“, sondern das grundsätzliche Engagement. Konkret könne „ein guter Vater sein“ also durchaus sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

Vier Vater-Typen


Die Elemente der „Väterpyramide“ bieten einige Ausgangspunkte um den eigenen Alltag zu reflektieren und liefern Impulse für die Gestaltung der Beziehungen sowohl zu Kind/ Kindern als auch zur Lebensgefährtin. Teilweise sehr spannende Anregungen bringt auch der Versuch der Autorinnen und Autoren der Studie, „gute Väter“ in vier Typen einzuteilen, wobei betont wird, dass die Grenzen dabei nicht eng zu verstehen sind, sondern sich im Alltag vermischen.
So gibt es laut der Studie den begeisterten Vater – „Papa, du musst mitmachen, sonst ist es fad“, sei von vielen Kindern oft zu hören. Diese Väter legen viel Wert darauf, den Kindern die Welt in ihrer Vielfalt zu zeigen, sie gemeinsam zu entdecken, „… i muas erm ja des Leben zeigen und die große weite Welt“, sagt ein Vater. Es geht um Abenteuer, in der freien Natur aber auch „im Kopf“ – durch gemeinsames Lesen. Vom „begeisterten“ Vater geht viel an Energie und Motivation aus, er zeigt große Veränderungsbereitschaft und kann wenn nötig auch in angespannten Situationen flexibel sein.
Dem zweiten Typ, dem einfühlenden, empathischen Vater ist die Tiefe der Beziehung sehr wichtig, die über kurzfristige Kommunikationsangebote hinausgehen. Dieser Vatertyp ist bereit für Kompromisse, bemüht sich um eine verstehende und verständliche Kommunikation. „… i bin heute viel mehr auf Verhandeln ausgerichtet …“, so ein Vater. Wichtig ist zudem das Einlassen auf den jeweiligen Lebensrhythmus des Kindes.
Der dritte Vätertyp ist laut Studie der Bodenständige und Realitätsbezogene. Also ein pragmatischer und klarer Mann, einer der seinen Kindern Sicherheit vermittelt – auch dadurch, dass er sie an ihre spezifischen Talente und Fähigkeiten erinnert. Er strahlt Sachlichkeit aus, Ruhe, Geduld und Beständigkeit – so ist ihm etwa der regelmäßige Kontakt zu den Kindern zu Zeiten wichtig, auf die sich diese verlassen können.
Zuletzt wird noch ein kreativer Vatertyp wahrgenommen – einer der gerne experimentiert, vielseitig und neugierig ist. Er lässt sich auf spontane Ideen ein, ist zum Beispiel bereit auch zu „ungewöhnlichen“ Zeiten ein Schwimmbad zu besuchen oder einen bestimmten Ausflug zu machen. Dieser Vatertyp zeichnet sich weiters durch ein spielerisches Herangehen aus, der auch z. B. gerne die Schnitzeljagd für das Geburtstagsfest der Kinder vorbereitet und auch begleitet.

Von Christian Freisleben-Teutscher. Der Autor ist Journalist, Männerreferent und Trainer

Web-Tipps
Die Studie „Positive Väterlichkeit & männliche Identität“ ist unter www.broschuerenservice.bmsg.gv.at bzw. Tel.: 0800/ 202074 kostenlos bestellbar
www.familienallianz.gv.at: Hier findet sich auch die Studie „Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus Männersicht“
www.dissens.de: U.a. Gender Mainstreaming aus Männersicht
www.erfolgsfaktor-familie.de: Umfangreiche Materialien auch zum Thema Vereinbarkeit ebenso aus der Männerperspektive
www.bmfsfj.de: Die Kategorie Forschungsnetz enthält auch eine weitere spannende Väterstudie „Facetten der Vaterschaft“
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