Eine Samenspende kann in folgende Abschnitte unterteilt werden: Entscheidungsphase, Samenbankrecherche, Datenerhebung und Aufklärung
Entscheidungsphase: Ist eine Samenspende das Richtige für mich?
Versuche dir vorzustellen, was es für dich bedeutet, dass ein mit deinem Samen entstandenes Kind in einer anderen Familie aufwächst und du möglicherweise niemals erfährst, ob es diesem Kind auch gut geht. Welche Gefühle wirst du diesem Kind gegenüber entwickeln? Wie wird es sein, wenn du später einmal ein Kind triffst, das dir ähnlich sieht? Was meint dein soziales Umfeld, besonders deine eigene Familie, wenn du Fremden zu Nachwuchs verhilfst? Wenn du diese Fragen geklärt hast und immer noch spenden willst, folgt der nächste Schritt.
Wo Samenspenden?
Da eine Samenbank die Fahrtkosten nicht übernimmt, solltest du dir eine in deiner Nähe suchen. Wichtige Samenbanken listen wir weiter unten auf.
Zu Beginn wird das gecheckt:
Zuerst wird dein Sperma untersucht, ob es den sehr hohen Anforderungen entspricht. Im Anschluss gibt es einen Gesundheits-Check, der dir Aufschluss über die Qualität des Samens, über deine Blutgruppe und über mögliche Krankheiten gibt. Es gibt auch eine Überprüfung auf mögliche Erbkrankheiten, die ausgeschlossen werden müssen. Hier erfährst du also auch sehr viel über deinen Gesundheitszustand.
Samenbanken in Deutschland
Baden-Würtemberg Spermabank Bodensee GmbH Bayern Erlanger Samenbank Berlin SEJ Samenbank Berlin GmbH Berliner Samenbank GmbH Weitere Adressen finden Sie bei | Hamburg alphalife Kryobank Hamburg Hessen Dr. med. Volker Weiss Nordrhein-Westfalen Samenbank Düsseldorf, ReproGen GmbH novum-Zentrum für Reproduktionsmedizin Essen Saarland Gemeinschaftspraxis Happel, Giebel, Otte, Russu Thüringen GMP Dres. Fritzsche, Reiher, Hoffmann |
Datenerhebung des Samenspenders
Wenn die Checks positiv verlaufen sind, werden umfassend persönliche Daten notiert. Es erfolgt auch die Aufnahme deiner Interessen, Hobbys und besonderen Fähigkeiten in einem anonymisierten Spenderprofil. Nicht wenige Samenbanken gewähren Kinderwunschpatienten Einsicht in diese Profile, natürlich unter Wahrung deiner Anonymität.
Aufklärung
Auch Kinder, die durch eine Samenspende ins Leben gerufen wurden, haben das Recht zu erfahren, von wem sie abstammen. Ein Notar oder die verantwortliche medizinische Einrichtung verwahren die Unterlagen und ermöglichen es, dass ein zukünftiger Kontakt für alle Beteiligten Personen möglichst belastungsfrei verlaufen kann. Wenn du dabei ein ungutes Gefühl bekommen solltest, nimm bitte das Angebot einer psychosozialen Betreuungsstelle in Anspruch (wie z.B.: Deutsche Gesellschaft für Kinderwunschberatung oder Beratungsnetzwerk Kinderwunsch Deutschland e.V.).
Bild.de schreibt in einem Online-Artikel vom 02.05.2011: „Die Daten des Spenders müssen wiederum erfasst werden. In einigen Fällen – etwa zur Vermeidung inzestuöser Partnerschaften oder bei gerichtlichen Vaterschaftsfeststellungsverfahren – ist der Arzt dazu verpflichtet, die Identität des Spenders an das Kind weiterzugeben. Wenn die Vaterschaft festgestellt wurde, kann dieser auf Unterhaltszahlungen verklagt werden.“
In Deutschland haben sich die Ärzte darauf verständigt, dass pro Spender nicht mehr als 15 Kinder gezeugt werden. So soll das Risiko von sexuellen Begegnungen zwischen Halbgeschwistern, die nichts von ihrer Verwandtschaft wissen, reduziert werden.


